Freitag, 18. Dezember 2015

Corpmanagement: Gibt es in EVE reale Unternehmenstrukturen?

CCP und das EVE-Marketing behaupten gerne, dass es in EVE digitale Firmen mit echten Unternehmensstrukturen gibt. Cheffetagen, Mitarbeiterbriefe, Zielvereinbarungsgespräche, Aktienausschüttungen, Bezahlung mit ISK! Dumm nur ....

... das die Realität anders aussieht. Zu allererst werden die Spieler so gut wie nie mit ISK entlohnt. Wenn doch, hat sich das Management nie mit Motivationstheorien befasst. Desweiteren werden sie nur seltenst als Angestellt betrachtet. Im Gegensatz zum realen Leben, gibt es keine Arbeitsverträge und keine Kündigungsfristen. Wenn dem Mitarbeiter die Firma nicht mehr gefällt, kann er jederzeit gehen. Außerdem gibt es keine ernsthafte Strafverfolgung bei betrügerischen Handlungen etc. etc. etc.
Gründe warum der Vergleich hinkt sind endlos.

Dennoch kann man den Vergleich zur realen Wirtschaft ziehen. Ich habe eine kleine Theorie aufgestellt, die ich euch kurz vorstellen möchte

Real: Das Personal sind Personen mit eindeutiger Firmenzugehörigkeit die ein greifbares Produkt an einen externen Kunden verkaufen. Die Firma wird hierbei von einem Vorstand oder zumindest von einer Cheffetage geleitet. Bezahlung erfolgt in Euro, Dollar oder Kronen.

EVE: Nach meiner Theorie sind die Member als Kunden zu betrachten. Sie kaufen Content vom Corpmanagement. Die Ware ist also der Content. Die eigentliche produzierende Firma ist allerdings das Corpmanagement. Als Bezahlung gibt es Anerkennung, Respekt und Spielspaß.

Weils das auf den ersten Blick etwas verworren ist, nochmal blanko ....

Eigentliches Unternehmen = Corpmanagement
Produkt = Content
Kunden(stamm) = Corpmember

Es gilt also qualitativ hochwertigen Kontent zu generieren und an möglichst viele Member zu verkaufen. Da sich die Interessen der Kunden ändern, muss die Art des Contents immer wieder angepasst werden ... und zwar bevor die Kunden weglaufen.

Dies bedeutet auch, dass die Corpführung nicht einfach das Produkt ändern kann. Sonst muss sie sich neue Kunden suchen. Es ist wichtig, erst genau auszuloten was die Spieler eigentlich wollen und genau wie im realen Leben braucht so etwas Zeit. Schlagartige Änderungen, wie z.B. ein Corp-Umzug, werden oft nicht von den Spielern angenommen. Genau wie in der Realität muss der Kunde erst an das neue Produkt gewöhnt werden. Oft ist erst eine kleine Marketingkampagne (nennen wir es mal Spielermanipulation) nötig, um neuen Content schmackhaft zu machen.

Auch andere Aspekte sind möglich. Oft kommt es vor, dass sich bestimmte Strömungen auf dem Markt ergeben und der Kunde mit neuen Wünschen an das Corpmanagement herantritt. Das Management muss sich nun überlegen, ob es dieses neue Produkt sein Portfolio aufnimmt oder nicht. Ist die Nachfrage groß genug, kann dies einen Zuwachs des Kundenstamms bedeuten. Oder in EVE-Worten: Wenn eine größere Anzahl Spieler etwas fordert, sollte sich das Management nicht verschließen, sondern es unterstützen.

Content ist das, was eure Spieler an euch bindet. Nichts anderes!

Was können wir noch aus dieser Betrachtung lernen? Das Corpmanagement ist immer in der Pflicht die Spieler zu bespaßen. Es geht einfach nicht ohne. Jede Corpleitung, die etwas anderes behauptet, ist zum Stillstand verdammt. Jeder CEO, der sich nicht auch ein Stück weit als Entertainer sieht, ist zum Scheitern verurteilt und wird nie in das Vergnügen kommen, Teil eines ganzen Managements zu werden.

Was lernen wir also aus dem Vergleich zwischen EVE Corp und Realwirtschaft? Wenn es eine Digitale Firma gibt, dann ist sie im Corpmanagement verborgen. Die Hauptaufgabe liegt stets darin, die Spieler zu bespaßen. Klingt einleuchtend? Dann seht euch mal um und schaut wie wenige CEOs das wirklich verstanden haben.

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