Montag, 1. September 2014

Das Ende von WoD und EVE

Nach acht Jahren Entwicklungszeit hat CCP die Arbeiten and World of Darknes eingestellt. Die Zukunft EVE Onlines beeinflusst das mehr als es auf den ersten Blick schein. Doch lasst uns das Thema etwas genauer betrachten.

Seit geraumer Zeit sorgt sich CCP um das Fortbestehen von EVE. In englischsprachigen EVE-Blogs kann man immer wieder Artikel über vermeintlich kaputte Spielmechaniken finden. Doch statt das Spiel grundlegend zu erneuern wurde nebenher versucht mit weiteren Produktionen neue Spieler zu begeistern. 

Das Elend um DUST 514, den Egoshooter im EVE Universum, lässt sich als guter Anfang nehmen. Für die Veröffentlichung des free-to-play Titels exklusiv auf der PS 3 bekam CCP wohl eine ordentliche Summe und gleichsam jede Menge Probleme frei Haus. Viele EVE-Spieler konnten DUST 514 nicht einmal testen. Welcher PC-Spieler hat schon zusätzlich noch eine PS 3 rumstehen? Ebenso ist der Einfluss auf das EVE Universum derart gering, dass er mir, bis auf ein paar neue Gegenstände im Markt, nicht aufgefallen ist. Jede Menge Abbogeld von EVE-Spielern floss in die Entwicklung eines Spiels für eine alte Spielkonsole. Eine Version für PC und evtl. PS4 wurde unter dem Titel Projekt Legion auf dem Fanfest angekündigt und sorgte dementsprechen für Ärger bei den Konsolennutzern (der PS3), da eine Übernahme von PS3-Dust-Charakteren bisher nicht geplant ist.

World of Darkness ist ein typischer MMORPG-Fehlschlag.
WoD ist die Geschichte der jahrelangen Entwicklung eines Spiels, das sich mit "just another MMO" sehr gut beschreiben lässt, und dessen Stilllegung. Titan von Blizzard lässt grüßen. Wieder alles bezahlt mit EVE-Abbogeld. Was hätte man in diesen acht Jahren alles in EVE damit verbessern können?

EVE: Valkyrie verspricht zumindest zwei dieser Fehler nicht zu machen. Es ist, dank der 3D-Technik der Occulus Rift, ein beeindruckend neuartiges Spiel und dank seiner Kurzweiligkeit eine hervorragende Ergänzung zu EVE und somit auch in der Lage Gelegenheitsspieler zu gewinnen. Außerdem stehen die Zeichen gut, dass es zusätzlich auch als PC-Version (ohne Brille) spielbar sein wird. Wenn es dann noch möglich ist EVE: Valkyrie später auf der Morpheus von Sony zu spielen, wäre zumindest die mögliche Spielergemeinde groß. Wie stark allerdings der Einfluss auf das EVE Universum wird verspricht auch ein Gradmesser für den Erfolg zu werden. Einfach nur bedeutungslose Kämpfe in 3D werden wohl kaum in der Lage sein, Spieler langfristig zu begesitern.

Ein weiterer Aspekt ist das mehr oder weniger erfolgreiche Marketing von CCP
Jeder von uns kennt die großartigen Trailer der CCP-Erweiterungen und einige haben sicherlich schon in den klassischen Medien von EVE gehört (EVE Online bei Spiegel Online). Aber selbst nach einer großen medialen Resonanz, wie durch die Schlacht um B-R5RB, schafft es CCP nicht, neue Spieler zu gewinnen (Spielerzahlen). Ein Punkt mag sein, dass Schein und Wirklichkeit bei EVE Online besonders weit auseinander liegen. Die oft vorgeschobene Lernkurve lässt grüßen.

EVE Online ist einfach (noch) nicht die perfekte Sandbox
In meinen Augen lenkt die perfekte Sandbox neue Spieler in Richtung spielergeführtet Corporations und darüber hinaus auf spielergenerierten Inhalt (PvP aka piew piew). Sie muss aber auch jene, die in einer Welt der Themepark MMOs (Erklärung) groß geworden sind, an die Möglichkeiten in New Eden heranführen. Viele neue Kapslepiloten sind anfags schlicht mit der Frage "Und was jetzt?" überfordert und allein gelassen.

Die Erneuerung und Erweiterung der Spielmechaniken ist imho der Punkt an dem sich der langfristige Erfolg EVE Onlines zeigen wird. Die Projektion der Flottenstärke im NullSec und damit einhergehende Massenschlachten sind ein Problem, das angegangen werden muss. Zeitgleich darf sich CCP aber nicht darauf konzentrieren die zweite Dekade ausschließlich mit dem Optimieren vorhandener Spielinhalte zu vergeuden. Auch Neues muss kommen, damit man gegen die anwachsende Konkurrenz, wie z.B. Star Citizen, bestehen kann.

Ein Punkt in dem CCP schnell und richtig gehandelt hat, war die Sperrung des Somer Blink Betreibers, der über einen kleinen Umweg Geld aus seinem ISK-Kasino geschlagen hat (Link). Stichwort RMT

Bei EVEnews24 gibt es eine ganze Reihe an Artikeln, die sich mit den Problemen in und um EVE Online beschäftigen (Link). Einen möchten ich dabei besonders unterstreichen: "Whats wrong with EVE".
Einen interessanten englischsprachigen Artikel, der sich auf die Suche nach den Ursachen für das Scheitern von World of Darkness begibt, findet ihr auf theguardian.com.

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