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Dienstag, 24. Mai 2016

Braucht EVE: wirklich tägliche Quests?

Der Ausblick auf die kommenden Erweiterungen diesen Winter lässt mich erschaudern. CCP plant allen Ernstes die Einführung von täglichen Quests. Für mich erschüttert das die Grundpfeiler der Sandbox, die wir so sehr lieben.
In einer Sandbox kann man selbst mit den kleinsten Schiffen viel Spaß haben
Das Spiel gibt den Rahmen: das Universum, die Schiffe und die Möglichkeiten. Für jeglichen Content sind die Spieler selbst verantwortlich. Sie formen mit ihren Wünschen, Träumen und Gebietsansprüchen die Geschichte von EVE. Das ist die Sandbox, die EVE Online ausmacht.

[Repost] Dieser Artikel erschien bereits am 10. Februar 2016 auf meinem Block. Da er jetzt aber, aufgrund der Einführung von "wiederholbaren Gelegenheiten" brandaktuell ist, habe ich ihn nochmal für euch hervorgekramt.

Themepark gegen Sandbox
In meinem ersten Post auf diesem Blog (Jahrmarkt gegen Sandbox) habe ich gleich diese bedeutendste Eigenart von EVE Online, gegenüber anderen MMORPGs, beschrieben. Klassische MMOs (wie WoW) sind Content-basiert. Das bedeutet, dass die Handlung im Spiel durch Inhaltspatches vorangetrieben wird. Das sorgt für das übliche Questsystem, den Fokus des Entwicklers auf Inhalte, denn auf ausgewogene Spielmechaniken und den Effekt, dass man sich "draußen fühlt", wennn man mal eine Pause einlegt. Auch schlecht sich schnell das Gefühl ein, dass man nicht hinterher kommt, wenn der Content schneller voranschreitet als man ihn durchspielen kann.

In New Eden gibt es diese Probleme nicht. Der Fokus der Entwickler liegt auf der Erweiterung der Welt und ihrer Möglichkeiten sowie dem Balancing. Es gibt keine stetig steigenden Item-Level. Keine feuerspeienden Drachen, an die sich in sechs Monaten keiner mehr erinnert, und eben auch keine Daily Kochquest!

Es gibt bereits Ausnahmen von der Sandbox
Ich erinnere mich gut an die Live Events, die CCP mal durchgeführt hatte. Das eine war eine HighSec Flotte, die eine Forschungsstation im NullSec zerstören sollte und dabei ganz übel von NullSec Allianzen verprügelt wurde. Damals habe ich es gar nicht bis zum Event geschafft, weil CCP in letzter Sekunde das Stagingsystem änderte und die Flotte dank TiDi die ganze Zeit mit dem Weg zum Event beschäftigt war. Mehr dazu könnt ihr im Post "CCP aktiviert die Selbstzerstörung" nachlesen. Das zweite Live Event, an welches ich mich noch gut erinnere, war die Schlacht um Caldari Prime (vgl. TMC), bei der soviele Leute teilnehmen wollten, dass viele draußen (am Sprungtor) warten mussten - einschließlich mir. So blieb mir damals nur übrig das Live Event auf twitch zu verfolgen. Die Live Events waren also ein großartiger griff ins (Themepark-)Klo.

Der aktuelle Ansatz sind die saisonalen PvE Sites. Die erste war die Blood Raider Geschichte The Crimson Harvest (Dev Blog) und aktuell endet Operation Frostline (Dev Blog). Beides ist nichts, dass ich vermissen würde, wenn CCP die Entwickler mit anderen Aufgaben betrauen würde.

Eine Besonderheit, die ich positiv rausstellen möchte, sind die Scope Videos (auf youtube). Diese beschreiben die aktuellen Entwicklungen der Hintergrundgeschichte und sind einfach nur klasse. Allerdings beeinflussen sie auch die Spielmechanik nicht und passen somit gut zur Sandbox.

CCP plant tägliche Quests
Beim Schmökern in den zukünftigen Dingen, die uns da erwarten werden (updates.eveonline.com) bin ich auf folgendes gestoßen.

"In a move to pay tribute to the growing power of Capsuleers and their efforts throughout the universe, CONCORD has authorized a fund to fuel extra rewards for pod pilots on a regular basis."
- http://updates.eveonline.com/coming/winter/ 

Ein kurzer Blick in die Community verrät, dass ich nicht der einzige Kapselpiloten bin, der sich Sorgen macht, dass CCP tägliche Quests einführen will.
Im EVEger Forum (Link), auf reddit (Link) und im offiziellen Forum (Link) gibt es bereits entsprechende Diskussionen.

Warum die ganze Aufregung?
Die Sandbox is der Grund, warum ich EVE Online solange spiele, wie kein Spiel jemals zuvor. Sie nimmt jeglichen Druck vom Spieler, weil niemand mehr dem Content hinterherlaufen, seine Raid-IDs jede Woche nutzen oder noch eben die nötigen 25 täglichen Quests abarbeiten muss. Man braucht nicht andauernd eine neue Waffe, weil die alte plötzlich wertlos ist. Wenn man Sommerloch feiert und danach wieder einloggt, kann man bei EVE gleich loslegen. In Themepark MMOs geht das nicht.

Für mich ist EVE Online DAS Sandbox-MMO. Jeglicher Entwicklung, die die großartigen Freiheiten der Sandbox beschneidet, stehe ich kritisch gegenüber.

Das Ziel CCPs ist Spieler langfristig zu binden und die Aktivität zu erhöhen. Aber eben eine gezwungen erhöhte Aktivität (über Quests, die man eben noch machen muss) sorgt für Frust und vertreibt Spieler langfristig.

[Ergänzung]
In der jetzigen Form scheinen die Skillpunktdaylies für Piloten mit vielen Skillpunkten nutzlos. Allerdings sind sie für neue Piloten sehr interessant, da sie durch die zusätzlichen Skillpunkte den Start in EVE vereinfachen. Zustäzlich sind die Skillpunkte frei einsetzbar und unabhängig von der aktuellen Attributsverteilung des Piloten. Das wiederum ist eine echt gute Sache. Möge diese Mechnaik neue Spieler motivieren und möge CCP diese Daylies wieder entfernen, wenn sie erkannt haben, dass sie nichts bringen.

Die offizielle Ankündigung im deutschspraichgen Teil des EVE Online Forums findet ihr hier:Wiederholbare Gelegenheiten

Mittwoch, 16. März 2016

Wetter in der Sandbox - können Quests EVE bereichern?

Lassen sich Quests nutzen, um EVE Online zu bereichern? Könnte New Eden dabei gewinnen, wenn wir umfangreich spielergenerierte Quests vergeben könnten oder zerstört das nur unsere Sandbox?
Questgeber auf der Station. Sieht so die Zukunft aus?
Ich will hier nicht auf Themepark-MMOs rumhacken oder die jeweiligen Vor- und Nachteile auflisten. Es geht um die Frage ob Quests eine Sandbox bereichern können. Dazu muss man allerdings die Unterschiede kennen.

Jahrmarkt gegen Sandkasten
Als Jahrmarkts-(Themepark-)MMO bezeichnet man Spiele, deren Inhalte hauptsächlich durch den Publisher vorgegeben sind. Es gibt in regelmäßigen Zyklen (Addons,) neue Gebiete, neue Quests, neue Raids, neue Items. Der Content des Spiels wird durch das Spiel vorgegeben. Regelmäßig will ein neuer Oberbösewicht den Garaus gemacht bekommen. Es gibt (hoffentlich) immer etwas zu tun und hoffentlich ist der Content nicht schneller als man selbst.

In Sandbox-MMOs gibt das Spiel lediglich die Welt vor und liefert den Spielern alle nötigen Werkzeuge, um selbst aktiv zu werden. Am besten sieht man das im NullSec New Edens. Alles was dort passiert haben Spieler zu verantworten.

Die reine Sandbox
Wenn du willst, dass etwas passiert, dann mach es selbst. Dieses Mantra funktioniert nur, wenn man die nötige Zeit hat, sich seinen eigenen Content zu kreieren. Die Frage, ob sich EVE Online für Gelegenheitsspieler eignet, hat mich bereits früher beschäftigt und sie hängt eng zusammen mit Casual-Gamern und der Frage nach der optimalen Sandbox. Wenn eine Sandbox groß genug ist, es also viele utnerscheidliche Dinge zu entdecken und zu tun gibt, kann sie bereits für alle Arten von Spieler Spannung bieten.

Quests - Das Salz in der Supper // Das Wetter in der Sandbox?
CCP beschreitet bereits seit geraumer Zeit den Weg, die Welt von New Eden mit Ereignissen lebhafter und spannender zu gestalten. Saisonale Events (Frostline und Crimson Harvest), Live-Events (Sicherung des Empires), Carolines Star  und die zahlreichen Scope-Videos sind gute Beispiele. Bis vor Kurzem gab es noch die Ankündigung, CCP wolle tägliche Quests implementieren (Braucht EVE wirklich tägliche Quests?). Diese wurde zum Glück, ohne weitere Erklärung, gelöscht.

EVE braucht ein bisschen Regen, der den Sand formt und neue Wege aufzeigt

Auf dem Blog von Greedy Goblin gab es neulich einen interessanten Beitrag zu spielergenerierten Quests. Und genau so könnte ich mir zusätzlichen questartigen Content für Kapselpiloten vorstellen.
Eine Corporation oder Allianz hat gewisse Aufgaben, die sie erledigt wissen will (Signaturen im eigenen Raum scannen, Wurmlöcher schließen, an Allianzflotten teilnehmen, etc.) und gibt dafür selbst Quests auf. Spieler können diese wie Level 4 Missionen annehmen und bekommen bei Abschluss die entsprechende Belohnung. Ein kleiner Bereich, in dem es genau diese Form der spielergenerierten Quests schon gibt, ist der Kurierbereich (Sichere Transporte im HighSec). Redfrog und andere bieten Transportdienstleistungen an. Dafür nutzt man einfach die Vertragsfunktion in EVE und legt die Art des Transports und die Bezahlung fest. Ähnlich funktioniert das Ganze bei Pro Synergy, die für Missionrunner (nicht nur) den Loot einsammeln und als ISK wieder auszahlen.

Es wird ganz schnell deutlich, dass man, beispielsweise auf der Basis der Vertragsmechaniken, einfach das Werkzeug für spielergenerierte Quests schaffen könnte. Ich denke, dass das eine großartige Chance sein könnte, EVE zu bereichern und Aufgaben in Corps/Allianzen sichtbar zu machen und für deren Umsetzung zu sorgen.

Zwei weitere interessante Artikel zum Thema Sandbox/Themepark:
Pro Sandbox
Zeitfressende Augenwischerei

Mittwoch, 10. Februar 2016

Braucht EVE: wirklich tägliche Quests?

Der Ausblick auf die kommenden Erweiterungen diesen Winter lässt mich erschaudern. CCP plant allen Ernstes die Einführung von täglichen Quests. Für mich erschüttert das die Grundpfeiler der Sandbox, die wir so sehr lieben.
In einer Sandbox kann man selbst mit den kleinsten Schiffen viel Spaß haben
Das Spiel gibt den Rahmen: das Universum, die Schiffe und die Möglichkeiten. Für jeglichen Content sind die Spieler selbst verantwortlich. Sie formen mit ihren Wünschen, Träumen und Gebietsansprüchen die Geschichte von EVE. Das ist die Sandbox, die EVE Online ausmacht.

Themepark gegen Sandbox
In meinem ersten Post auf diesem Blog (Jahrmarkt gegen Sandbox) habe ich gleich diese bedeutendste Eigenart von EVE Online, gegenüber anderen MMORPGs, beschrieben. Klassische MMOs (wie WoW) sind Content-basiert. Das bedeutet, dass die Handlung im Spiel durch Inhaltspatches vorangetrieben wird. Das sorgt für das übliche Questsystem, den Fokus des Entwicklers auf Inhalte, denn auf ausgewogene Spielmechaniken und den Effekt, dass man sich "draußen fühlt", wennn man mal eine Pause einlegt. Auch schlecht sich schnell das Gefühl ein, dass man nicht hinterher kommt, wenn der Content schneller voranschreitet als man ihn durchspielen kann.

In New Eden gibt es diese Probleme nicht. Der Fokus der Entwickler liegt auf der Erweiterung der Welt und ihrer Möglichkeiten sowie dem Balancing. Es gibt keine stetig steigenden Item-Level. Keine feuerspeienden Drachen, an die sich in sechs Monaten keiner mehr erinnert, und eben auch keine Daily Kochquest!

Es gibt bereits Ausnahmen von der Sandbox
Ich erinnere mich gut an die Live Events, die CCP mal durchgeführt hatte. Das eine war eine HighSec Flotte, die eine Forschungsstation im NullSec zerstören sollte und dabei ganz übel von NullSec Allianzen verprügelt wurde. Damals habe ich es gar nicht bis zum Event geschafft, weil CCP in letzter Sekunde das Stagingsystem änderte und die Flotte dank TiDi die ganze Zeit mit dem Weg zum Event beschäftigt war. Mehr dazu könnt ihr im Post "CCP aktiviert die Selbstzerstörung" nachlesen. Das zweite Live Event, an welches ich mich noch gut erinnere, war die Schlacht um Caldari Prime (vgl. TMC), bei der soviele Leute teilnehmen wollten, dass viele draußen (am Sprungtor) warten mussten - einschließlich mir. So blieb mir damals nur übrig das Live Event auf twitch zu verfolgen. Die Live Events waren also ein großartiger griff ins (Themepark-)Klo.

Der aktuelle Ansatz sind die saisonalen PvE Sites. Die erste war die Blood Raider Geschichte The Crimson Harvest (Dev Blog) und aktuell endet Operation Frostline (Dev Blog). Beides ist nichts, dass ich vermissen würde, wenn CCP die Entwickler mit anderen Aufgaben betrauen würde.

Eine Besonderheit, die ich positiv rausstellen möchte, sind die Scope Videos (auf youtube). Diese beschreiben die aktuellen Entwicklungen der Hintergrundgeschichte und sind einfach nur klasse. Allerdings beeinflussen sie auch die Spielmechanik nicht und passen somit gut zur Sandbox.

CCP plant tägliche Quests
Beim Schmökern in den zukünftigen Dingen, die uns da erwarten werden (updates.eveonline.com) bin ich auf folgendes gestoßen.

"In a move to pay tribute to the growing power of Capsuleers and their efforts throughout the universe, CONCORD has authorized a fund to fuel extra rewards for pod pilots on a regular basis."
- http://updates.eveonline.com/coming/winter/ 

Ein kurzer Blick in die Community verrät, dass ich nicht der einzige Kapselpiloten bin, der sich Sorgen macht, dass CCP tägliche Quests einführen will.
Im EVEger Forum (Link), auf reddit (Link) und im offiziellen Forum (Link) gibt es bereits entsprechende Diskussionen.

Warum die ganze Aufregung?
Die Sandbox is der Grund, warum ich EVE Online solange spiele, wie kein Spiel jemals zuvor. Sie nimmt jeglichen Druck vom Spieler, weil niemand mehr dem Content hinterherlaufen, seine Raid-IDs jede Woche nutzen oder noch eben die nötigen 25 täglichen Quests abarbeiten muss. Man braucht nicht andauernd eine neue Waffe, weil die alte plötzlich wertlos ist. Wenn man Sommerloch feiert und danach wieder einloggt, kann man bei EVE gleich loslegen. In Themepark MMOs geht das nicht.

Für mich ist EVE Online DAS Sandbox-MMO. Jeglicher Entwicklung, die die großartigen Freiheiten der Sandbox beschneidet, stehe ich kritisch gegenüber.

Das Ziel CCPs ist Spieler langfristig zu binden und die Aktivität zu erhöhen. Aber eben eine gezwungen erhöhte Aktivität (über Quests, die man eben noch machen muss) sorgt für Frust und vertreibt Spieler langfristig.

Samstag, 9. Juni 2012

Jahrmarkt gegen Sandbox

Wer sowohl WoW (World of Warcraft) als auch EVE Online einmal gespielt hat wird nicht umhin kommen die den Spielen zugrunde liegenden Prinzipien zu vergleichen.

WoW, Begründer und Vorreiter eines ganzen Genres, liefert das was (fast) alle MMORPGs anbieten: Jede Menge Content für die höchststufigen Charaktere und auf dem Weg dorthin jede Menge Quests, rumgerenne und veralteten Content.

In EVE gibt es keine weltenverschlingenden Drachen oder verrückt gewordene Königssöhne (dafür haben wir Sansha Kuvakei und die Goons), auch taucht nicht jedes Jahr ein neuer Kontinent auf. In EVE entscheidet jeder selbst was er tun und werden möchte. Ob nun als Handelsmagnat reich werden und die Märkte kontrollieren oder als Söldner in Schlachten von hunderten Spielern den Ausgang eines ganzen Krieges beeinflussen.
Und das alles in deinem eigenen Tempo, nix mit täglich 20 Quests machen um immer nur "am Ball" zu bleiben.

Oder kurz: In EVE gibt es keine daily-Kochqueste die gemacht werden will, damit man sich nach 3 Monaten ne Kochmütze holen kann.


Update - 08.01.2016 - Rechtschreibung
Update - 22.01.2014 - Höhere Auflösung für die Grafik, Anpassung ans neue Layout

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